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Neben der Spur

Graubünden Ferien

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Wie erlebt die schon weit herumgekommene Andrea Blatter aus Zürich die Bergwelt in ihrer Heimat? Sie wagt das Experiment, verlässt ihre eigene Spur und besucht die Region Bergün Filisur. Dabei weiss sie nie im Voraus, wen oder was sie antreffen wird. Jeden Tag gibts Überraschungen. Und: Andrea lernt nebenbei patgific kennen – das Bündner Lebensgefühl.

Podcast mal ganz patgific

 

Ich habe Ziegenhaare auf meinen Leggings, schmutzige Wanderschuhe und einen Beutel mit gefühlten 4kg Audio-Material dabei und schon lange keine so tolle Woche mehr erlebt, wie die, die ich gerade hinter mir habe. Und das alles auf Arbeitszeit.

Schon die Anreise nach Bergün lohnt sich, unter anderem wegen des Landwasserviaduktes, das seit 2008 auf der UNESCO-Welterbeliste steht. (Bild: Andrea Blatter) 

Podcast-Konzept und Aufnahmeplanung für Reportagen

Vor einigen Monaten haben wir den Auftrag von Graubünden Ferien erhalten, einen Podcast über die Ferienregion Bergün-Filisur zu produzieren. Möglichst etwas, das es so noch nicht gibt, das für Aufmerksamkeit sorgt und das Weitgereiste dazu bringt, das nächste Mal gar nicht allzu weit zu reisen, sondern im Kanton Graubünden Ferien zu machen. 

An der Konzeptionierung des Podcasts war ich nicht dabei. Ich wusste nur, dass es das Projekt gab und fleissig daran gearbeitet wurde, Brainstormings stattfanden, Workshops durchgeführt und dabei Zielgruppen, Podcast-Formate, Podcast-Hosts, Protagonist:innen und zahlreiche andere Punkte diskutiert, und schliesslich ein Konzept herausgeschält wurde.

Ich kam erst ins Spiel, als dieses Konzept bereits finalisiert war und mich Cheyenne eines Tages anrief. “Andrea, du machst den neuen Graubünden-Podcast!” - “Oh, cool! Und was genau mache ich da?” - “Das kann ich dir nicht sagen.” - “...” - “Aber es wird super!” - “...okayyyyy?”

In etwa so klang unser Gespräch. Die Idee des Podcasts war nämlich, dass ich eine Woche lang in den Bündner Bergen unterschiedliche Dinge erleben würde, im Vorfeld aber nie genau wissen, was und wer mich denn eigentlich genau erwartet. Ich würde am Morgen jeweils ein Couvert mit Hinweisen erhalten und einfach wissen, wann ich wo sein soll. 

So reiste ich also an einem Sonntag im Juni nach Bergün, beladen mit Kleidung für jeden Anlass, allerlei Audiomaterial und den fünf Couverts mit Hinweisen zu meinen Aktivitäten.

 

Eine der Episoden führten mich zum stillgelegten Bahnhof Stuls. (Bild: Andrea Blatter)

 

Podcast-Produktion und Aufnahme-Equipment

Für das Projekt würden wir neben dem Erstellen des Konzepts fünf Episoden zu fünf unterschiedlichen Erlebnissen produzieren und aus einem bestehenden Soundtrack aus einer Datenbank ein passendes Sounddesign zusammenstellen. 

In der Woche selbst ging es vor allem darum, alle nötigen Gespräche zu führen und Geräusche aufzunehmen, um anschliessend daraus spannende und lebendige Reportage-Episoden produzieren zu können. Ich rüstete mich also mit allerlei Audiomaterial aus: einem Zoom H5 (unserem treuen Aufnahmegerät), einem Set RODE Wireless GO II (Ansteckmikrofonen mit Funkverbindung, ideal für Reportagen oder Gespräche unterwegs), einem Yellowtec Flashmic (einem klassischen "Radiomikrofon", Kabeln und Adaptern zu all diesen Geräten und ungefähr 156 Ersatzbatterien aus (man weiss ja nie). Übrigens: Wer genauer wissen möchte, welches Material wir für unsere Aufnahmen jeweils verwenden, einen detaillierten Blogpost dazu gibt's hier.)

Ein Teil des Audiomaterials, das mich in der Rhätischen Bahn nach Bergün begleitete. (Bild: Andrea Blatter)

An jedem Morgen öffnete ich mein Couvert für den Tag, um zu erfahren, wann ich wo sein muss und was mich so ungefähr erwartet. Dieses Öffnen der Couverts und Lesen der Hinweise nahm ich bereits auf, um es später im Audio verwenden zu können. Anschliessend machte ich mich auf den Weg und nahm Atmo (also Hintergrundgeräusche, auch "Ambi" genannt) und kleine Zwischengedanken von mir selbst mit dem Flashmic auf. 

Sobald ich in der Nähe meiner Protagonist:innen war, schloss ich die RODE Wireless GO II ans Zoom an und stellte sie ein, um schon die Szene des ersten Kennenlernens aufnehmen zu können. Parallel zu den Aufnahmen mit dem Zoom lief häufig trotzdem auch noch das Flashmic mit, einfach um sicher genügend Hintergrundgeräusche zu haben. 

Jeweils am Abend ging ich das ganze gesammelte Audiomaterial durch, sortierte schlechte Takes aus, schrieb alles entsprechend an und setzte in Adobe Audition Marker, um die “guten” Stellen dann einfacher wiederfinden zu können. Während ich den Aufnahmetag noch frisch in Erinnerung hatte, stellte ich ausserdem auch schon eine erste Version des Skripts zusammen, das mir anschliessend als Drehbuch für mein Reportage-Audio dienen würde.

So machte ich das fünf Tage lang, bis meine letzten Aufnahmen im Kasten waren. Ich wanderte, besuchte das Hotel mit dem schönsten Foyersaal der Welt, erhielt einen neuen Blickwinkel auf ein Weltkulturerbe, besuchte ein Jahrhundertbauwerk und lernte einiges über Tunnelbau und Sprengungen und spazierte mit Geissen durch die Gegend.

Wer das Landwasserviadukt bisher immer nur von oben gesehen hat, auch der Blick von unten lohnt sich. (Bild: Andrea Blatter)

Zusätzlich zum Audiomaterial filmte ich die Erlebnisse zum Teil und stellte kleine Teaservideos für Instagram-Stories zusammen. Ausserdem machte ich mit allen Protagonisten Selfies für Social Media (die meisten davon waren ungefähr gleich grosse Fans von Selfies wie ich, aber das ist nun manchmal part of the job ;)).

Manchmal wurden wir von pelzigen Protagonist:innen “gephotobombt”. (Bild: Andrea Blatter)

Am Ende der Woche, nachdem ich alle meine Erlebnisse erfolgreich überstanden hatte, überarbeitete ich meine Skripts noch einmal, um möglichst einen roden Faden durch alle Episoden zu haben und wo möglich untereinander auf die Episoden verweisen zu können.

Die Skripts wurden von Graubünden Ferien abgenommen und nach einigen kleinen Korrekturen für gut befunden. Im anschliesenden Schnitt stellte ich mit Adobe Audition alle meine Hintergrundgeräusche, Moderationstexte und Gesprächsausschnitte zusammen und unterlegte sie entsprechend mit Musik. 

Podcast-Hosting, Publikation und Distribution

Auch der Graubünden-Podcast “Neben der Spur” wird, wie die meisten unserer Produktionen, auf unserem Hoster “Captivate” gehostet. Von dort werden die Audios auf Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Google Podcasts platziert. Graubünden Ferien hat für den Podcast ausserdem eine eigene Landing-Page erstellt mit Bildern, Tipps zu den Erlebnissen und den Audios.

Graubünden Ferien bewirbt den Podcast mit den Story-Snippets auf Social Media und hat eine Medienmitteilung zum Launchtag verschickt.

Mehr Informationen: https://www.graubuenden.ch/podcast

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