Andrea Blatter,
12.1.2026
Bu-bumm, bu-bumm, bu-bumm, langsame Herzschläge. Das Piepsen eines Herzmonitors. Plötzlich - Stille. Eine bange Stimme: “Komm, werd’ wieder wach!” und dann ein dramatisches Musikintro.
So fängt die allererste Episode «USZ direkt» an, die im Februar 2022 erschienen ist.
In den Jahren seither sind 32 weitere Episoden publiziert worden, über 40 unterschiedliche Menschen aus dem USZ haben darin ihre Geschichten erzählt und abertausende Hörer:innen haben zugehört. Das Format hat sich zu einem der Stammformate der Podcastschmiede entwickelt, die wir schon am längsten produzieren dürfen.
Gestartet hat alles im Spätsommer 2021, als eine Anfrage für eine Podcastproduktion vom Universitätsspital Zürich kam. Von Anfang an stand für den Podcast des USZ ein klares Markenziel im Zentrum: Das Universitätsspital Zürich sollte hörbar, nahbar und menschlich werden. Das Wissen, die Innovationskraft, die Expertise des USZ, aber eben auch die Menschen, ihr Einsatz, ihre Empathie, verpackt in echte Geschichten – erzählt von den Mitarbeitenden, die das USZ täglich prägen.
Unsere Aufgabe war es, dieses Ziel in ein auditives Format zu übersetzen. Dafür wurden unterschiedliche Konzeptideen mit unterschiedlichen Ansätzen entwickelt. Die Konzeptidee, aus der schlussendlich das Format «USZ direkt» wurde, kurz erklärt: Die Grundlage für die Episode bilden Gespräche mit ganz unterschiedlichen Menschen aus den verschiedenen Bereichen am USZ, egal ob Kardiologie, Neurologie, Onkologie, der Küche oder dem Labor. In ausführlichen Gesprächen von meist rund einer Stunde tauchen wir tief in persönliche Erlebnisse, Herausforderungen und prägende Momente ein. Grundlage dafür ist ein Fragekatalog, in dem die wichtigsten Aussageziele und Kernbotschaften der Episode bereits festgelegt werden. Im Gespräch selbst lassen wir uns dann aber von den Geschichten und Antworten der Protagonist:innen leiten. In der Postproduktion wählen wir die stärksten Passagen aus und formen daraus ein dramaturgisches Storytelling-Skript mit einer Zwischenmoderation und “Lexikon-Elementen”. Diese erlauben uns, komplexe Begriffe zu erklären und Hintergrundinformationen über das USZ in die Episoden zu verpacken. Ein Sounddesign mit Musik und passenden Geräuschen runden jede Episode ab.
Authentizität
Podcasts leben von echten Stimmen und persönlichen Geschichten. Wenn Mitarbeitende selbst erzählen, entsteht ein glaubwürdiges Bild der Organisation – nahbar, ehrlich und ohne Filter. Hörer:innen erhalten so einen Blick hinter die Kulissen von einem der grössten Spitäler der Schweiz.
Bindung
Podcast-Hörer:innen schenken einem Format Zeit und Aufmerksamkeit. Wer regelmässig zuhört, baut eine Beziehung zur Marke und zu den gehörten Inhalten auf – und aus einmaligen Hörer:innen werden treue Fans.
Differenzierung
In einer Kommunikationslandschaft voller schnelllebiger, austauschbarer Botschaften bietet ein schön produzierter Podcast die Chance, sich klar abzuheben. Nicht durch Lautstärke, sondern durch Tiefe.
Emotion
Audio wirkt direkt. Stimmen, Pausen, Musik und Sounddesign erzeugen Emotionen, die im Gedächtnis bleiben. Genau diese Emotionen prägen das Image einer Marke nachhaltig und bleiben viel länger in Erinnerung, als blosse Informationen oder eine Plakatkampagne.
Geschichten
Blosse Fakten sind häufig schnell wieder vergessen, vor allem in einer Welt, in der wir alle ständig mit Informationen und Inhalten bombardiert werden. Was bleibt, sind Geschichten. Sie helfen, Wissen und Fakten auf eine Art zu vermitteln, die zum Alltag passt und die bleibt.
Identifikation
Wenn Mitarbeitende im Podcast zu Wort kommen, stärkt das nicht nur das externe Image, sondern auch die interne Identifikation. Die Organisation wird als Gemeinschaft von Menschen erlebbar. Zugleich wirkt der Podcast auch im Bereich des Employer Branding, weil auch potenzielle zukünftige Mitarbeitende zuhören und sich ein Bild von der Arbeit am USZ machen können.
Langfristigkeit
Ein Podcast ist kein kurzfristiger Hype, sondern ein nachhaltiges Kommunikationsformat. Episoden bleiben auffindbar, werden weiterempfohlen und entfalten ihre Wirkung über Jahre hinweg. Erst mit der Zeit entwickelt sich eine Hörerschaft.
Nähe
Podcasts begleiten Menschen beim Pendeln, Kochen oder Spazierengehen. Diese intime Nutzungssituation schafft eine besondere Nähe zwischen Marke und Publikum.
Das USZ selbst investiert viel in die Vermarktung des Podcasts (wir wiederholen es gerne immer wieder: Podcasts sind keine Selbstläufer und ihre Distribution und vor allem Promotion erfordert Ressourcen!) Mit Aktionen wie Crèmeschnitten in der Kantine (was Crèmeschnitten mit dem USZ zu tun haben, hörst du in der Episode mit Thomas Marti), Plakatkampagnen im ÖV, einer Platzierung auf den Infoscreens in den Spitalgebäuden und zahlreichen weiteren Massnahmen erreicht das USZ ein breites potenzielles Publikum.
In den Jahren seit dem Startschuss hat der Podcast deshalb ganz viele Hörer:innen gewonnen und aus vielen von ihnen sind Fans geworden: Positive Kommentare und Likes auf LinkedIn, eine Bewertung von 4.9 Sternen auf Spotify und eine stetig wachsende Hörer:innenschaft, die den Podcast abonniert hat, zeigen, dass das Format funktioniert. «USZ direkt» beweist, dass Podcasts kein kurzlebiger Trend, sondern ein nachhaltiges Kommunikationsformat sind. Für Organisationen, die ihre Marke hörbar machen wollen, ist ein gut gemachter Podcast ein starker, langfristiger Hebel.